Was gilt in Österreich?
Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist seit 1. August 2024 in Kraft und gilt unmittelbar in Österreich, ohne nationales Umsetzungsgesetz. Die erste verbindliche Pflicht – die Förderung von KI-Kompetenz nach Art. 4 – gilt seit 2. Februar 2025. In Österreich dient die bei der RTR eingerichtete KI-Servicestelle als Informations- und Anlaufstelle zum AI Act. Sie ist nicht gleichbedeutend mit einer abschließenden Marktüberwachungs- oder Durchsetzungsbehörde für alle AI-Act-Fragen. Für Unternehmen gilt: nationale Zuständigkeiten, Leitlinien und Aufsichtspraxis sollten laufend beobachtet werden.
Warum jetzt beginnen?
KI wird in vielen Betrieben bereits täglich genutzt: ChatGPT für Texte, Copilot in Office, KI-Funktionen in CRM oder HR-Software. Je früher diese Nutzung dokumentiert wird, desto einfacher lassen sich Schulungen, interne Regeln und Verantwortlichkeiten nachziehen. Unternehmen, die jetzt mit einer strukturierten Liste beginnen, sind bei späteren Rückfragen – durch Kunden, Datenschutzberater oder Behörden – deutlich besser aufgestellt als jene, die noch gar keine Dokumentation haben. Die WKO bietet dazu erste Orientierung; DocKI liefert das digitale Werkzeug für den laufenden Betrieb.
Fokus auf nachweisbare Ergebnisse
DocKI legt den Schwerpunkt auf dokumentierbare Ergebnisse: ein vollständiges KI-Inventar, eine geführte Schulungsakte pro Mitarbeiterin und Mitarbeiter, klare Verantwortlichkeiten, eine einfache Risikoampel nach Datenbezug und Entscheidungswirkung sowie ein exportierbares Audit-PDF. Damit entsteht eine prüfbare Momentaufnahme, die sowohl für interne Governance als auch für externe Gespräche mit Datenschutzbeauftragten, Steuerberatern oder Behörden verwendbar ist.
Passend für kleine Teams
Der Einstieg in DocKI ist bewusst schlank gehalten. Kleine Unternehmen können mit wenigen KI-Tools starten und schrittweise die gesamte Nutzung erfassen. Es ist kein großes IT-Projekt nötig: Registrierung, erstes Tool anlegen und Schulungsnachweis erfassen sind innerhalb von Minuten erledigt. Für Unternehmen mit mehreren Standorten oder Abteilungen unterstützt DocKI auch die Einladung von Team-Mitgliedern und abteilungsübergreifende Schulungsplanung.
AI-Act-Zeitplan: Was wann gilt
Die KI-Verordnung (EU) 2024/1689 ist seit 1. August 2024 in Kraft. Seit 2. Februar 2025 gelten die Vorschriften zu KI-Kompetenz (Art. 4) und verbotenen KI-Praktiken. Ab 2. August 2026 greifen weitere Pflichten, insbesondere für viele regulierte Hochrisiko-Kontexte; einzelne Pflichten folgen bis 2027. Wer heute KI nutzt, sollte deshalb mit Inventar, Rollenklärung und Schulungsnachweisen beginnen – nicht auf spätere Fristen warten.
DSGVO und KI-Verordnung gemeinsam denken
Viele der im KI-Inventar erfassten Informationen – welche KI-Tools personenbezogene Daten verarbeiten, welche Entscheidungen automatisiert getroffen werden – sind auch für den Datenschutz relevant. DocKI erfasst diese Informationen strukturiert und macht sie sowohl für die KI-Compliance als auch für Verzeichnis-der-Verarbeitungstätigkeiten-Rückfragen nutzbar. Damit vermeidet man doppelten Aufwand.